Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Nicht nur das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch ist voller Sprichwörter. Auch im Ort selbst sind an über zwanzig Geschäften Sprichwörter und Redewendungen zu entdecken.

Warum das Museum Ritter diesen Spruch gewählt hat und was dahinter steckt, das erfahrt ihr hier:

Dr. Barbara Willert vor dem Museum Ritter in Waldenbuch

Dr. Barbara Willert vor dem Museum Ritter in Waldenbuch, Foto: © Museum Ritter, Waldenbuch

Museumsleiterin Dr. Barbara Willert: „Wir haben das bekannte Sprichwort Ein Blick sagt mehr als tausend Worte leicht geändert, damit es zu uns passt. Jetzt klebt eine Sprechblase mit dem Satz Ein BILD sagt mehr als tausend Worte an der Glasscheibe im Eingangsbereich des Museum Ritter. Wir beziehen uns damit auf unsere Kunstausstellungen, in denen wir die Bilder und Objekte sprechen lassen. Was und wie viel die Kunstwerke den Besucherinnen und Besuchern sagen, ist natürlich ganz individuell und hängt auch davon ab, ob sich das Publikum auf die Sprache der Kunst einlässt und ihr zuhört.“

Aha! Daher kommt‘s!

ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Niemand weiß, wer diese Weisheit prägte. Angeblich war sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA als chinesische Weisheit „Ein Bild ist 10.000 Wörter wert“ bekannt. Zwei Jahrzehnte später schrieb man sie Japan zu, änderte „Bild“ zu „Blick“ und reduzierte den Wert auf 1.000 Wörter. Ähnliche Ansichten finden sich aber auch schon bei Iwan Turgenjew, der 1862 schrieb: „Ein Bild zeigt mir auf einen Blick, wozu ein Buch zehn Seiten benötigte.“ Eindeutig bleibt, dass die Werbe-Industrie sich mit Hilfe dieser Weisheit ihre Bilder immer extrem gut bezahlen ließ, so nach dem Motto: „Ein Werbebild ist 10.000 Euro wert – mindestens.“ (Dr. Essig)

Wer jetzt Lust auf mehr Sprichwörter und ihre Bedeutung bekommen hat, darf sich die vergnügliche Ausstellung auf keinen Fall „durch die Lappen gehen lassen“!

Seit März läuft im Museum der Alltagskultur – Schloss Waldenbuch die Mitmachausstellung „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“.

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