Fleisch war uns noch nie Wurst

Nicht nur das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch ist voller Sprichwörter. Auch im Ort selbst sind an über zwanzig Geschäften Sprichwörter und Redewendungen zu entdecken.

Warum Herr Glasbrenner und seine Schwester diesen Spruch gewählt haben und was dahinter steckt, das erfahrt ihr hier:

Der Fuchs an der Metzgerei © Glasbrenner, Waldenbuch

Der Fuchs an der Metzgerei © Glasbrenner, Waldenbuch

Frau Blum: „Hinter unserem selbstkreierten Spruch, ‚Fleisch war uns noch nie Wurst‘, steht folgende Philosophie: Uns ist es ausgesprochen wichtig zu wissen, aus welchem Stall unsere Tiere stammen. Rinder beziehen wir ausschließlich von der Familie Burgmayer aus Baach bei Zwiefalten. Schweine von der Familie Sautter aus Bondorf bei Herrenberg. Mit beiden Familien verbindet uns schon eine über 20jährige Geschäftsbeziehung, auf die wir sehr stolz sind.“

 

Aha! Daher kommt‘s!

Etwas ist Wurst, also gleichgültig
„Mit dem bösen Spruch ‚Der Inhalt einer Wurscht bleibt ewig unerfurscht‘, es also egal sei, was hineinkomme, hat die Wendung nichts zu tun. Es könnte vielmehr um die Verkürzung der alten Redensart gehen „Das ist mir Wurst wie Schale“, also gleichgültig. „Wurst“ stand früher auch für die Wursthaut, so dass man zwei Umhüllungen als austauschbar bezeichnete. Eine zweite Erklärung bezieht sich darauf, dass es egal sei, an welchem Ende man eine Wurst anschneide, woraus die zum Gassenhauer gewordene tröstliche Weisheit entstanden sei: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ (Dr. Essig)

Wer jetzt Lust auf mehr Sprichwörter und ihre Bedeutung bekommen hat, darf sich die vergnügliche Ausstellung auf keinen Fall „durch die Lappen gehen lassen“! Seit März läuft im Museum der Alltagskultur – Schloss Waldenbuch die Mitmachausstellung „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“.

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