Zum 200. Todestag von Königin Katharina

Am 9. Januar 1819 meldete die Stuttgarter Zeitung: „Der härteste Schlag des Schicksals hat Seine Majestät den König und Höchstdessen Königliches Haus durch den heute früh zwischen 8 und 9 Uhr erfolgten so ganz unerwarteten Tod Ihrer Majestät der regierenden Königin betroffen.“

Trauergerüst für die Königin

Gleich nach ihrem plötzlichen Tod wurde der Sarg mit dem Leichnam der Königin in der Stuttgarter Stiftskirche aufgestellt. Dazu hatte der Hofbaumeister Giovanni Salucci (1769–1825) die gotische Hallenkirche mit schwarzen Tüchern verhängt und einen Bühnenraum für ein imposantes, von rauchenden Opfervasen umstelltes und hell erleuchtetes Trauergerüst geschaffen.

Trauergerüst für Königin Katharina, Giovanni Salucci (1769–1825), kolorierte Aquatinta, 1819 © Ludwigsburg Museum

Trauergerüst für Königin Katharina, Giovanni Salucci (1769–1825), kolorierte Aquatinta, 1819 © Ludwigsburg Museum

Rätselhafter Tod

Die Autopsie der Leiche ergab zwei Befunde: eine Gesichtsrose und einen tödlichen Schlaganfall. Die Ärzte hielten es für möglich, dass die Hirnblutung durch einen hysterischen Anfall ausgelöst worden sei. So kam das Gerücht auf, Katharina habe ihren untreuen Gatten in den Armen seiner Geliebten überrascht und dadurch einen tödlichen Schock erlitten.

Romantische Verklärung

Sofort nach dem Tod Katharinas beschloss König Wilhelm, in Erinnerung an seine beim Volk so beliebte Gemahlin eine Grabkapelle errichten zu lassen. In beherrschender Lage sollte sie über dem Neckartal thronen – wofür die Stammburg der Württemberger geschleift werden musste!

Die Grabkapelle auf dem Rotenberg (Württemberg), Berhard Emminger (1808–1885), kolorierte Radierung, 1822 © Ldwigsburg Museum

Die Grabkapelle auf dem Rotenberg (Württemberg), Bernhard Emminger (1808–1885), kolorierte Radierung, 1822 © Ludwigsburg Museum

Beim Volk löste der plötzliche Tod der beliebten Königin tiefe Trauer aus und eine Sympathiewelle schwappte über das Königshaus, welche diesem natürlich höchst willkommen war. Die bald einsetzende Verklärung der Königin wurde von König Wilhelm nach Kräften angefacht.

Würdiges Gedenken

Heute können wir uns an eine große Frau des deutschen Südwestens erinnern. Nicht mal drei Jahre wirkte Katharina in Stuttgart und doch hat die junge Königin mit ihrem Mann Wilhelm ein stattliches Bündel an Neuerungen in Württemberg eingeführt, die zum Teil bis heute nachwirken.

Katharina gründete den Wohltätigkeitsverein (heute Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg), die erste gemeinnützige Bank (heute Landesbank Baden-Württemberg), die erste höhere Mädchenschule mit Pensionat (heute Katharinenstift), das erste moderne Stuttgarter Krankenhaus (heute Katharinenhospital) und die erste Schule für Landwirtschaft (heute Universität Hohenheim).

Weiße Nelken in Erinnerung an Königin Katharina © Landesmuseum Württemberg

Weiße Nelken in Erinnerung an Königin Katharina © Landesmuseum Württemberg

An der Grabkapelle auf dem Württemberg wurde heute mit einer Kranzniederlegung ihres 200. Todestages gedacht.

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