London – Den Haag – Hasselt. Eine Modereise

Anfang März unternahmen wir im Rahmen der Vorbereitungen für die große Landesausstellung 2020/2021  eine Inspirationsreise durch aktuelle Modeausstellungen.

Eine kleine Auffrischung: Thema und Titel der nächsten großen Landesausstellung im Landesmuseum Württemberg ist „Fashion?!“ Oder anders gefragt: Was macht Mode eigentlich zu Mode? Welche Dynamiken und Prozesse des Mode-Machens und Mode-Zeigens führen dazu, dass etwas als Mode gilt oder nicht und welche Rolle spielt das Individuum innerhalb des Systems Mode?

Ausstellungsansicht „Christian Dior: Designer of Dreams“

Auf der Suche nach Objekt-Highlights, Eindrücken für die Ausstellungsgestaltung sowie zum Erfahrungsaustausch mit vielen tollen Kolleginnen haben wir uns auf eine Reise von Stuttgart nach London über Den Haag bis Hasselt (Belgien) und wieder zurück ins Landesmuseum begeben. Mit im Gepäck hatten wir Fragen nach den passenden Figurinen, wie Musik in Modeausstellungen eingesetzt wird, wie Kleider im Ausstellungsraum geschützt werden können, ohne sie immer gleich hinter Glas stellen zu müssen und wie andere Museen mit Textebenen und mit der Positionierung von Text in Ausstellungen umgehen.

Besuch im V&A und der „Christian Dior“-Ausstellung

Seit einigen Wochen sind wir mit den Kolleginnen des Victoria und Albert Museums in London im Austausch und haben uns besonders über ihre Einladung gefreut, unser Ausstellungskonzept zu präsentieren und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des „Furniture, Textiles & Fashion Department“ über das zeitgenössische Ausstellen von Mode zu diskutieren.

Zudem erhielten wir die Möglichkeit, die eigentlich ausverkaufte Dior-Ausstellung zu besuchen. Besonders gut gefielen uns darin die raumgreifende Installation zu unterschiedlichen Prototypen. Auch eine lange Wand gefüllt mit Covern von Modemagazinen sowie der Einsatz von Licht in den Ausstellungsräumen blieben uns in Erinnerung.

Ausstellungsansicht „Christian Dior: Designer of Dreams“

„We should all be feminists!” Zu Besuch im Gemeentemuseum in Den Haag

Den zweiten Tag unserer Reise verbrachten wir im niederländischen Den Haag. Dort besuchten wir das Gemeentemuseum und die Ausstellung „Femme Fatale. Strong Women in Fashion“, die sich Arbeiten weiblicher Designerinnen widmet. Wir trafen die Kuratorin der Ausstellung und sprachen mit ihr über Mode und Ausstellungsdisplays, über ihre sehr breite Wahl von unterschiedlichen Figurinen und wie sich durch das Ausstellen von Mode das Publikum im Museum veränderte. Die Ausstellung fanden wir aufgrund ihrer feministisch-aktivistischen Positionierung besonders reizvoll. Wir haben einige spannende Objekte entdeckt und auch selbst ein Fashion-Statement abgegeben.

Ein Ohrwurm, der noch lange anhielt:
„Bolero“ von Maurice Ravel im Modemuseum Hasselt

Die Ausstellung „Femme Fatale“ ist nur noch bis Ende März in Den Haag zu sehen und wandert danach unter dem Titel „Wonder Women“ in das Modemuseum nach Hasselt in Belgien. Auch wir haben unsere Reise Richtung Hasselt fortgesetzt, um die derzeit im Modemuseum gezeigte Ausstellung „Backstage/Frontstage“ zu sehen.

Ausgangspunkt und roter Faden bilden Aufnahmen der Fotografin Marleen Daniëls, die nach zahlreichen „Catwalk“ – Fotografien die viel spannendere Atmosphäre hinter dem Laufsteg entdeckte. Ihre Bilder geben Einblick in das wilde Treiben, die Vorbereitungen und Aufregung vor der Show. In den Ausstellungsräumen werden zudem Kleider von unterschiedlichen DesignerInnen gezeigt. Schön ist, dass viele der Kleider sich auch in den Bildern wiederfinden und dadurch für die BesucherInnen nicht nur statisch im Raum sichtbar, sondern erlebbar werden.

Vielbeschäftigt waren wir in der Ausstellung zudem mit dem Thema Musik, wurde unser Rundgang doch durchgehend durch den „Bolero“ von Maurice Ravel begleitet.

Hier trafen wir außerdem die Sammlungsleiterin. Mit ihr sprachen wir über Beziehungen zu unterschiedlichen Modehäusern, wie man auswählt, welche Figurinen am geeignetsten sind und wie man ein Näheverhältnis zwischen Objekt und BetrachterIn ermöglicht und die Kleider trotzdem schützt. Wir haben dort auch passende Figurinen für unsere Ausstellung entdeckt. Das Modemuseum Hasselt bleibt uns bestimmt noch länger, vor allem auch musikalisch, in sehr guter Erinnerung.

Wieder zurück in Stuttgart freuen wir uns jetzt, die mitgebrachten Inspirationen in unsere inhaltliche und gestalterische Arbeit hineinzutragen und laufend im Blog darüber zu berichten. Begleitet uns dabei!

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