Fast so lange es Geld gibt, gibt es auch Falschgeld: Münzfälschungen begleiten die Geschichte des Geldes seit der Antike. Diese dunkle Seite der Münzkunde gehört daher ebenfalls zu den Sammlungsgebieten des Münzkabinetts im Landesmuseum Württemberg. Neben originalen Münzen werden hier auch historische Fälschungen sowie Werkzeuge, mit denen diese hergestellt wurden, gesammelt. Solche Objekte geben spannende Einblicke in die Techniken der Fälscher, aber auch in die Bemühungen, Geldbetrug zu erkennen und zu verhindern.
Bei der Inventarisierung seiner Bestände stößt das Landesmuseum immer wieder auf bemerkenswerte Fälschungen. Dazu gehört etwa eine vermeintliche römische Goldmünze, die einst Teil der württembergischen Kunstkammer war. Erst bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass sie keine antike Originalprägung ist. Ein weiteres Beispiel ist eine vermeintliche antike Silbermünze des berühmt-berüchtigten Münzfälschers Karl Wilhelm Becker (1772–1830). Becker galt als außergewöhnlich talentierter Graveur, dessen Nachahmungen so überzeugend waren, dass sie selbst erfahrene Sammler und Fachleute täuschten. Heute sind seine Fälschungen selbst zu historischen Sammlungsobjekten geworden.
Für die Dokumentation solcher Fälschungen hat das Landesmuseum 2025 sogar eine eigene Erfassungsmaske in seiner Sammlungsdatenbank entwickelt.
Dass das Thema Münzfälschung bis heute fasziniert, zeigt die neue Sonderausstellung „Crime – Technik der Kriminalität“ im Technoseum Mannheim. Sie widmet sich seit dem 25. Juni 2026 den technischen Methoden von Kriminalität ebenso wie ihrer Aufklärung und Prävention. Mit dabei sind auch zwei Objekte aus dem Münzkabinett des Landesmuseums Württemberg, die die Geschichte des Falschgeldes und seiner Herstellung anschaulich erzählen.
Was ist echt und was ist falsch?
Auf den ersten Blick scheint es sich um zwei 3-Kreuzer-Stücke des Königreichs Württemberg von 1818 zu handeln. Auf der Vorderseite steht ein großes „W“ für König Wilhelm I. von Württemberg, auf der Rückseite sind der Wert (III KREUZER) und das Prägejahr (1818) angegeben.
Bei genauerer Betreachtung zeigt sich allerdings, dass nur eines der beiden Objekte eine echte Münze ist …

Abb. 2: 3-Kreuzer-Münze König Wilhelms I. von Württemberg, 1818
… und das andere eine zeitgenössische Fälschung.

Abb. 4: Zeitgenössische Fälschung einer 3-Kreuzer-Münze König Wilhelms I. von Württemberg, 1818
Was ist der Unterschied? Münze und Fälschung unterscheiden sich deutlich in ihrer Farbe. Die gefälschte Münze enthält deutlich weniger Silber als die echte. Ein Vergleich der Buchstaben und Zahlen zeigt außerdem, dass die Prägestempel für die Fälschung sehr ungelenk geschnitten wurden.

Abb. 5: Links echt und rechts Fälschung
Weitere Infos
Wer mehr zum Thema wissen will: Die Deutsche Bundesbank und die Numismatische Kommission der Länder haben einen Sammelband herausgegeben, der sich mit vielen Aspekten von Falschgeld und Münzfälschungen befasst.
Abbildungsnachweise und Nutzungsbedingungen
Abb. 1: Vorderseite 3-Kreuzer König Wilhelms I. von Württemberg, 1818, Billon; Prägung; Landesmuseum Württemberg (CC BY 4.0), 12389.
Abb. 2: Rückseite 3-Kreuzer König Wilhelms I. von Württemberg, 1818, Billon; Prägung; Landesmuseum Württemberg (CC BY 4.0), 12389.
Abb. 3: Vorderseite Zeitgenössische Fälschung einer 3-Kreuzer-Münze König Wilhelms I. von Württemberg, 1818, Prägung; Landesmuseum Württemberg (CC BY 4.0), MK 1991-54.
Abb. 4: Rückseite Zeitgenössische Fälschung einer 3-Kreuzer-Münze König Wilhelms I. von Württemberg, 1818, Prägung; Landesmuseum Württemberg (CC BY 4.0), MK 1991-54.
Abb. 5: Collage von Abb. 1-4.


