Hier geht was! Großes Veranstaltungsprogramm zur besten Baustellenzeit

Großbaustelle im Foyer, keine Sonderausstellung und in den Innenhof ausgelagerte Service-Container: Man könnte meinen, das alles sind Gründe, das Museum für ein Jahr zu schließen? Auf keinen Fall! Wir nutzen die Zeit anders und geben Vollgas.
Die Baustellenzeit wird genutzt, um verstärkt an die vielfältige Kulturlandschaft Baden-Württembergs anzuknüpfen. Mit dem Veranstaltungsprogramm „Hier geht was! Tanz. Theater. Kunstinstallation. Performance“, das von August 2019 bis Juni 2020 präsentiert wird, entwickeln wir innovative und spannende Formate mit neuen Partnern, verschiedenste Performance-, Tanz- und Theaterformen halten bei uns Einzug.

Umbau der Dürnitz: Hier entsteht ein Ort der Begegnung und Veranstaltungsraum mit modernster Technik.

Alles neu macht der Umbau

Im Landesmuseum blicken wir bereits auf ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zu den Schausammlungen und Sonderausstellungen zurück und verbuchen Erfolgskonzepte wie zum Beispiel die Krimireihe Mord im Museum.
Aber wie geht man auf neue Kooperationspartner zu, wenn man als Museum etwas für sich völlig Neues ausprobieren möchte? Zu Beginn meiner Projektstelle standen erst einmal der grobe Plan, neue Veranstaltungen und Formate auszuprobieren, und das große Nichts: eine 1.000 m²  große Ausstellungsfläche, die es für zwölf Monate zu bespielen galt.

Ein ungewohnter Anblick: Das 3. OG nach dem Abbau der Großen Sonderausstellung "Faszination Schwert"

Ein ungewohnter Anblick: Das 3. OG nach dem Abbau der Großen Sonderausstellung „Faszination Schwert“

Nach ersten Überlegungen und Veranstaltungsideen entschieden wir uns dazu, mit einer Ausschreibung auf die freie Kunst- und Kulturszene zuzugehen. Die Vorteile lagen auf der Hand: Für Akteurinnen und Akteure der freien Szene entsteht ein temporärer Spielort im Zentrum Stuttgarts und für uns bot sich die Chance, die Neuausrichtung und Erweiterung unseres eigenen Veranstaltungsprogramms voranzutreiben.

Hier geht was! Der Name ist Programm

Auf die Ausschreibung erreichten uns im Sommer 2018 insgesamt 35 Rückmeldungen. Gemeinsam mit fünf Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen wählte ich schließlich sechs Projekte aus.
Mit dabei sind das Off-Theater Goldstaub e. V. aus Ludwigsburg, die neu gegründete gemeinnützige Unternehmergesellschaft „Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart“, das Figurentheaterfestival IMAGINALE, FUKS – Freie Unabhängige Künstlerinnen Stuttgart, das Berliner Theater Anu und die Akademie für gesprochenes Wort aus Stuttgart. Unsere Kooperationspartner werden für ordentlich Programm im Landesmuseum sorgen: Bei der letzten Zählung kam ich auf nahezu 100 Veranstaltungstermine!
Für die Zusammenarbeit stellen wir kostenfrei unsere Räumlichkeiten zur Verfügung. Die hauseigene Technik kann selbstverständlich auch verwendet werden und bei der Bewerbung greifen wir kräftig unter die Arme. Schließlich wollen wir den Besucherinnen und Besuchern zeigen, dass das Museum trotz eingeschränkter Infrastruktur nicht in die vorübergehende Baustellen-Starre verfallen ist.

„Hier geht was!“ – Plakatmotiv zur Veranstaltungsreihe

Veranstaltungsmanagement oder Projektsteuerung?

Nachdem am 28. April die Große Sonderausstellung „Faszination Schwert“ endete und der Abbau im Mai abgeschlossen war, ging es für mich dann richtig los. Ganz neue Fragestellungen beschäftigten mich in den letzten Wochen. Viele Aufgaben erinnerten eher an die Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Projektsteuerung, die die Durchführung von Ausstellungsprojekten betreuen, als an die Arbeit einer Veranstaltungsmanagerin:

In welcher Farbe soll der Raum gestrichen werden?

Können wir 6m lange Theaterlatten über die Reittreppe in den 3. Stock transportieren?

Wie hoch ist die maximale Traglast einer Montageschiene an der Decke und
wie dick sind eigentlich unsere mobilen Ausstellungswände?

Mittlerweile habe ich diverse Raumpläne durchforstet, mit dem Lasergerät alle möglichen Längen, Höhen und Diagonalen im Raum gemessen und Ausweise für alle Projektbeteiligten erstellt. Der 3. Stock scheint mir derzeit vertrauter als mein eigenes Büro.

„Wankelmut der Herzen“ macht den Anfang

Seit Juli hat Goldstaub e. V. den 3. Stock bezogen. Das musikalische Stationen-Theater Wankelmut der Herzen wird speziell für das Landesmuseum Württemberg entwickelt. In dem Stück spüren Künstlerinnen und Künstler den Tabus und Verboten der Liebe nach.
Momentan stehen die szenischen und musikalischen Proben an. Zudem wird am Bühnenbild und an den Kostümen gefeilt. Am 9. August heißt es dann Vorhang auf. Neun Aufführungen werden im August von Wankelmut der Herzen gezeigt, bevor ab September dann die Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart mit ihrem Programm für vier Monate das Alte Schloss bespielt.

Aktuelle Informationen

Bis Juni 2020 erwartet euch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, das sich nicht nur an Kulturgenießer, sondern auch Familien und experimentierfreudige Neulinge richtet.
Alle Informationen zu den Terminen sowie Tickets findet ihr online auf unserer Website und im Ticketshop.

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