Vom 17. Oktober 2026 bis zum 1. August 2027 zeigt das Junge Schloss, das Kindermuseum des Landesmuseums Württemberg, die Mitmachausstellung SCHÄTZE.
Sie wendet sich an Kinder und Familien, die spielerisch und mit allen Sinnen den wertvollen Dingen des Lebens auf die Spur kommen können.

Abb. 1: Plakat zur Mitmachausstellung SCHÄTZE.
Ein Münzschatz für die SCHÄTZE!
In der Ausstellung ist auch ein Münzschatz zu sehen, der vor über 600 Jahren verborgen wurde: der Fund von Waldbach, das heute ein Teil von Bretzfeld im Hohenlohekreis ist. Dort wurde um das Jahr 1414 ein Schatz versteckt, der erst im Juli 1960 bei Bauarbeiten wieder zum Vorschein kam. Es handelt sich um 30 Goldgulden, die in einem kleinen Gefäß aus Ton verborgen waren.
10 Münzen blieben in Waldbach, 20 kamen ins Münzkabinett des Landesmuseums.

Abb. 2: Der Münzschatz von Waldbach: 20 Goldgulden und das Fundgefäß.
Der Münzfund von Waldbach wirft Fragen auf – wie jeder Münzschatz, der nicht von der Person wieder geborgen werden konnte, die ihn versteckt hatte: Wer war so reich, um 30 Goldgulden zusammen zu sparen? 30 Gulden sind mehr als ein Handwerker damals in einem Jahr verdiente! Warum blieb der Schatz so lange im Boden? Starb der ehemalige Besitzer eines gewaltsamen Todes oder erlag die ehemalige Besitzerin einer plötzlichen Krankheit? Wir werden es wohl nie erfahren, sondern können hier nur spekulieren.
In der Ausstellung – und in der Datenbank
Wie kam es überhaupt dazu, dass die Münzen und das Gefäß in der Ausstellung SCHÄTZE zu sehen sind? Als der Kurator Christoph Fricker mit seinen Überlegungen für die Ausstellung begann, fragte er bei mir an, ob es denn im Münzkabinett einen Schatz gäbe. Gar kein Problem – das Münzkabinett hat jede Menge davon! Nach einigen Gesprächen haben wir uns darauf geeinigt, den Münzschatz von Waldbach und zwei keltische Goldmünzen, ein großes und ein kleines Regenbogenschüsselchen, zu zeigen.

Abb. 3: Keltisches Regenbogenschüsselchen, gefunden an der Achalm bei Reutlingen.
Die Präsentation des Münzschatzes in der Ausstellung des Jungen Schlosses haben wir genutzt, um ihn zu fotografieren, in unsere Datenbank einzugeben und in unserer Sammlung Online zu veröffentlichen. Diese Aufgaben haben die drei Hilfskräfte Lucy Berkl, Rebecca Kowalski und Benedikt von Samson übernommen, die mit Unterstützung des Numismatischen Verbunds Baden-Württemberg während des Sommers im Münzkabinett tätig waren.
Den Münzschatz könnt Ihr also sowohl in der Ausstellung SCHÄTZE als auch digital bewundern!
Abbildungsnachweise und Nutzungsbedingungen
Beitragsbild & Abb. 2: Fund von Waldbach, 1377-1385, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, MK 1962-34-54,Collage: Chris Gebel, CC-BY-SA 4.0.
Abb. 1: Plakat zur Mitmachausstellung SCHÄTZE, Landesmuseum Württemberg, Studio Erika, CC-BY-SA 4.0.
Abb. 3: Süddeutscher Goldstater – Regenbogenschüsselchen mit Rolltier und Torques, 150-50 v. Chr., Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Public Domain Mark 1.0.
