Die Ausstellung „Leidenschaft und Forschung. Die archäologische Sammlung Hohenzollern“ präsentiert seit dem 4. Juli 2025 erstmals die archäologische Privatsammlung des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen, welche 2021 vom Landesmuseum Württemberg übernommen werden konnte. Die Sammlung umfasst rund 8.000 Objekte von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter und schließt eine wichtige Lücke in der südwestdeutschen Archäologie.

Abb. 1: Blick in die Ausstellung auf den Sammlungsbereich der sogenannten „Nordischen Steinzeit“
Die Ausstellung ist kostenfrei für alle Besucher*innen zugänglich. Wirklich für alle? Es wurde sich bemüht, verschiedene Angebote zu schaffen, um möglichst vielen Personen den Besuch der Ausstellung zu ermöglichen. Dennoch können nicht immer alle Besucher*innen erreicht werden und Angebote für den einen schließen wiederum andere Zielgruppen aus.
Zugänge und Barrieren

Abb. 2: Die Architektur historischer Gebäude stellt die Ausstellungsgestaltung vor Herausforderungen.
Das Landesmuseum Württemberg ist barrierearm erreichbar. Allerdings verläuft der Zugang zum Ständesaal selbst durch einen historischen, schmalen Gang mit einer engen Kurve, weswegen es für manche elektrischen Rollstühle schwierig sein kann.
Die Ausstellungsarchitektur ist niedriger als üblich. Die Tische sind so konstruiert, dass sie mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind. Die Objekte in den Vitrinen und Tafeln auf den Tischen sind so angebracht, dass sie gut einsehbar sind.
Der Ständesaal verfügt über kein Leitsystem, weswegen blinden und seheingeschränkten Besucher*innen der Besuch in Begleitung empfohlen wird.
Mit dem Multimediaguide durch die Ausstellung
Die kostenfreie App des Landesmuseums Württemberg (Download hier möglich) ermöglicht Besucher*innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen Zugang zur Ausstellung – vor Ort oder ganz gemütlich vom Sofa von Zuhause aus.

Abb. 3: Die überkreuzten Hände führen als Symbol durch die Ausstellung und den Multimediaguide. Sie weisen auf die Stationen in Deutscher Gebärdensprache hin.
Samt Quizfragen und Suchrätseln bietet sie mit fünf verschiedenen Touren die Möglichkeit, die Sonderausstellung zu erleben. Neben den klassischen Audiotouren in Deutsch und Englisch gibt es noch drei weitere Formate: Eine Tour mit Videos in Deutscher Gebärdensprache bietet gehörlosen Besucher*innen eine Führung durch die Ausstellung. Eine audiodeskriptive Tour ermöglicht es blinden und seheingeschränkten Besucher*innen ebenfalls, die archäologische Sammlung Hohenzollern kennenzulernen. Die beiden Touren wurden mit Expert*innen in eigener Sache erstellt.
Zudem gibt es noch eine Tour in Einfacher Sprache, welche das doch an manchen Stellen sehr komplexe Thema der Ausstellung vereinfacht und Begrifflichkeiten erklärt. Somit können auch Kinder, Besucher*innen mit kognitiven Einschränkungen und Personen, die gerade erst Deutsch lernen, ebenfalls die Ausstellung erleben.
Sensory Map – Was ist das?
Um sich auf den Besuch der Ausstellung vorzubereiten, finden Besucher*innen hier auf der Ausstellungswebsite eine sogenannte Sensory Map der Ausstellung.
Eine Sensory Map ist eine Karte der Ausstellungsräume mit verschiedenen Ergänzungen. In erster Linie zeigt sie den Betrachter*innen, mit welchen sensorischen Reizen in der Ausstellung gerechnet werden muss. Wo gibt es vielleicht besonders helles oder blinkendes Licht? Wo muss mit Engstellen oder Lärm gerechnet werden?
Der Ständesaal selbst hat wenige sensorische Reize aber um in den Ausstellungsraum zu gelangen, müssen die Besucher*innen durch laute Bereiche und enge Gänge.
Zudem informiert die Sensory Map über lautstärkereduzierte Orte, Sitzplätze und wo sich die Toiletten befinden. Zudem können Besucher*innen seit kurzem auch geräuschunterdrückende Kopfhörer kostenfrei an der Kasse für die Dauer ihres Besuches entleihen.
… barrierefrei?
Trotz all der Angebote bleiben natürlich immer auch noch Barrieren für andere Zielgruppen bestehen und Angebote für den einen schließen wiederum andere Personen aus.
Kommen Sie vorbei und erleben Sie die Ausstellung selbst!
Abbildungsnachweis und Nutzungsbedingungen
Titelbild: Landesmuseum Württemberg, Jonathan Leliveldt, Mark Damian [CC BY 4.0].
Abb. 1: Landesmuseum Württemberg, Jonathan Leliveldt, Mark Damian [CC BY 4.0].
Abb. 2: Landesmuseum Württemberg, Jonathan Leliveldt, Mark Damian [CC BY 4.0].
Abb. 3: Links: Fotografien archäologischer Objekte aus der Sammlung Hohenzollern. Rechte: LMW (CC BY 4.0); Rechts: Gezeichnete Objekte aus der Sammlung Hohenzollern. Rechte: Bayerische Staatsbibliothek [Public Domain Mark 1.0].
