Unser Weg ins digitale Universum

Seit mehr als 15 Jahren spielt die Digitalisierung im Landesmuseum eine wichtige Rolle: Sammlungsmanagement, Website, digitaler Katalog, soziale Medien, online-Spenden, hier sind digitale Medien mittlerweile selbstverständlich. Jetzt stehen wir am Beginn eines neuen digitalen Kapitels.

Die Vision – was ist unser Ziel?

Die Bedürfnisse unserer Besucher und Besucherinnen möchten wir noch intensiver in den Blick nehmen, sie stärker einbinden, mit ihnen in den Dialog treten und ihnen die Möglichkeit eröffnen, Erfahrungen, Sichtweisen und ihr Wissen einzubringen. Wir möchten uns um die digitalen Gäste genauso bemühen wie um unser Publikum vor Ort. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, die vielen internen Prozesse zu vernetzen und damit das gemeinsame Arbeiten zu erleichtern.

Der Weg – was sind die Konsequenzen?

Die bisherigen punktuellen Aktivitäten reichen für dieses Vorhaben nicht aus. Wir brauchen eine umfassende digitale Strategie für das gesamte Museum mit allen Arbeitsbereichen und Tätigkeiten. Mit anderen Worten, es geht um eine grundlegende Transformation, die viele Perspektiven berücksichtigen muss. Sie wird Strukturwandel und Veränderung bedeuten, aber auch den Gewinn eines neuen Selbstverständnisses mit sich bringen. Es wird spannend, wir begeben uns auf einen Weg mit neuer Dynamik. Ein großartiges Feld für alle, die Freude am Ausprobieren haben und Gewohntes auch gerne mal hinter sich lassen.

Der Prozess – wie haben wir gestartet?

Das Ziel haben wir vor Augen: Es geht darum, alle bisherigen Arbeitsbereiche von der Forschung, über das Bewahren, die Kommunikation, das Kuratieren, Ausstellen und Vermitteln bis hin zum Projektmanagement, den Finanzen und der Verwaltung digital aufeinander abzustimmen. Ganz klar, dieser Ansatz muss quer durchs gesamte Haus gehen. Bei all diesen Veränderungen ist es wichtig, den Prozess transparent und aus dem Museumsteam heraus zu gestalten. Wir haben einen Arbeitskreis aus verschiedenen Abteilungen ins Leben gerufen. Zudem konnten wir eine Koordinationsstelle schaffen und mit der Federführung des Prozesses betrauen. Dass auch die Direktion im Arbeitskreis digitale Museumspraxis vertreten ist, versteht sich von selbst. Mein persönliches Interesse gilt den mobilen Arbeitsmitteln, die ich seit Jahren nutze. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten sich hier in der Zukunft noch bieten.

Die Voraussetzungen – was brauchen wir?

Als einen der ersten Schritte haben wir alle Kolleginnen und Kollegen nach ihren Vorstellungen und Desideraten am Arbeitsplatz befragt. Jetzt arbeiten wir an der Analyse und eines wird ganz deutlich: Die Formulierung einer umfassenden digitalen Agenda ist eine Sache, die Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen eine andere. Wir sind ein motiviertes Team, das sich den kommenden Herausforderungen gerne stellt und die notwendige Offenheit mitbringt. Das ist eine wunderbare Grundlage, aber leider nur eine der wichtigen Komponenten. Wir benötigen eine zeitgemäße Infrastruktur an Hard- und Software, WLAN in allen Bereichen, Sicherheitstechnik, Serverkapazitäten, Mittel für die Langzeitarchivierung usw., usw. Doch nicht allein die Technik ist entscheidend. Weitere Kolleginnen und Kollegen, die im Digitalen bereits fit sind, werden für die Umsetzung ebenfalls dringend gebraucht.

Das Happy End – alles wird gut?

Unser Träger, das Land Baden-Württemberg, hat die Digitalisierung ganz oben auf seine Agenda gesetzt. Wir hoffen, dass so auch für das Landesmuseum die notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung der digitalen Strategie geschaffen werden.

Mir ist klar, dass die digitale Transformation Geld kostet. Sie leistet aus meiner Sicht aber einen wichtigen Beitrag für die Vielstimmigkeit unserer Gesellschaft. Die Investition in Kunst und Kultur bedeutet aktive Teilhabe am kulturellen Erbe. Damit ist sie eine Investition zum Wohle der Gemeinschaft und jeden Euro wert!

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