Es wird strategisch…

Digitalisierungsstrategien sind im Moment in vieler Munde, auch in der Museumswelt. Darüber, dass eine eigene digitale Strategie für uns sinnvoll ist, sind wir uns einig. Im Moment treibt uns die kurze aber folgenreiche Frage um, wie diese genau aussehen wird. Denn hierbei wird ein Entwicklungsprozess eingeleitet, der unsere Arbeit und unsere Außenwahrnehmung verändern wird (und soll). Es gilt also zu klären, was das konkret bedeutet – für das Landemuseum Württemberg und seine Besucher vor Ort wie im digitalen Raum, aber natürlich auch für unser Team. Sprich, an wen richtet sich das jeweilige Angebot, was wollen wir damit insgesamt erreichen und wie wird es konkret umgesetzt?

Die Anfänge

Ein kurzer Blick zurück macht deutlich, dass strategische Überlegungen zu diesem Thema für uns nichts grundsätzlich Neues sind: entsprechende Konzepte erweitern in vielen Bereichen unser 2007 publiziertes Leitbild. Schon damals, vor mittlerweile elf Jahren, waren digitale Medien in Museen wichtig, hatten verglichen mit heute aber noch eine deutlich weniger nach außen wirkende Rolle. Die vorhandenen Strategien sind gut durchdacht, konzentrieren sich aber ihrem Zweck entsprechend meist stark auf jeweils abgegrenzte Arbeitsbereiche, was mit der Organisationsstruktur bei uns im Haus zusammenhängt. Strategiebeispiele gibt es u.a. in der Arbeit mit den Sammlungen, deren Ergebnisse wir in unserem digitalen Katalog verstärkt online verfügbar machen. Ein anderes Beispiel betrifft die darüber hinaus gehende Online-Kommunikation über unsere Webseiten sowie verschiedene soziale Medien. Der Hashtag #lmwschwaben zur großen Schwaben-Ausstellung fasst das anschaulich zusammen. Mit dem anstehenden Relaunch unserer Webseite werden Schnittstellen zwischen diesen Arbeitsfeldern weiter ausgebaut. Daran arbeitet im Moment ein Projektteam mit Kollegen aus allen Abteilungen.

Wohin soll die Reise gehen?

Auch wenn die digitale Reiseroute noch nicht in jedem Detail feststeht, bleibt das strategische Ziel fest im Blick: ein interaktives und vernetztes Miteinander zu schaffen – zwischen allen Bereichen im Haus und über die Museumsmauern hinaus mit Besuchern und Fachkollegen. Einzelstrategien behalten weiterhin ihre Berechtigung. Es geht uns darum, diese zu aktualisieren und in einem übergreifenden Gerüst noch stärker miteinander zu verzahnen. Um die sich wandelnden Aufgabenfelder im Hinblick auf die digitale Museumspraxis nachhaltig ausfüllen zu können, rückt die notwendige Infrastruktur als wichtiges Etappenziel in den Blick: passende Technik, genug man- bzw. womenpower sowie Qualifizierungsmöglichkeiten für die inhaltliche Betreuung sind Voraussetzung für alle weiteren Schritte. Chancen der Digitalisierung sehen wir in der Entwicklung neuer Werkzeuge, mit denen traditionelle Museumsaufgabe inhaltlich, zeitlich und räumlich sinnvoll erweitert werden können. Den damit verbundenen Herausforderungen müssen wir uns stellen. Quasi als Fahrplan brauchen wir dafür eine an unsere Bedürfnisse angepasste digitale Strategie, mit der wir unseren digitalen Weg aktiv gestalten.

Auf den Weg gemacht

Projekttreffen bei der MFG

Projekttreffen bei der MFG

Mit den Vorbereitungen haben wir im vergangenen Jahr begonnen. Dabei zeigte sich deutlich, wie weit das Feld reicht, denn alle Kollegen und Arbeitsbereiche müssen berücksichtigt werden. Unterstützt durch das Coaching Programm Museen 2.0 der MFG konnten wir uns 2017 mit externen Experten austauschen und die Handlungsfelder bei uns im Museum identifizieren. Um ein detailliertes Bild der Ausgangslage zu erhalten, haben wir beispielsweise eine interne Umfrage durchgeführt zum Stand der Digitalisierung sowie Wünschen, Chancen und Risiken, die damit einhergehen.

Und jetzt?

Hier im Blog wollen wir nicht nur im Herbst 2018 die fertige Strategie vorstellen, sondern parallel von ihrer Entwicklung berichten. Denn gerade bei solchen Transformationsprozessen ist der Weg schon eines der Ziele. Weil das Thema so weit gefasst ist, beginnen wir mit einer kleinen Serie, in der die Kollegen, die daran hauptsächlich mitwirken, sich und ihren persönlichen Blick darauf vorstellen. Es wird also strategisch…

 

6 Kommentare zu “Es wird strategisch…”

  1. Liebe KollegInnen,
    die Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin hat sich auch auf den Weg gemacht… hin zur Digitalen Strategie. Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch und wünschen einen fruchtbaren Prozess.
    Bettina Gries / Projektmanagerin Digitale Strategie

  2. Liebe Kolleginnen,
    vielen Dank für Ihre Rückmeldungen! Wir freuen uns sehr zu hören, in welche Richtung Ihre Überlegungen gehen und wie weit Sie beim Planen schon sind…
    Alles Gute und auf einen angeregten Austausch 🙂
    Noreen Klingspor

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