Blick hinter die Kulissen – Eine Ausstellung entsteht

Noch 187 Tage! Viel Zeit könnte man meinen, doch der Countdown läuft und der Tag X rückt näher: Am 13. Oktober wird unsere Sonderausstellung „Faszination Schwert“ eröffnet und bis dahin gibt es noch viel zu tun! Als wissenschaftliche Volontärin bin ich an vielen Aufgaben rund um das Projekt beteiligt und werde Euch hier einen ganz persönlichen Blick hinter die Kulissen gewähren.

Sieben auf einen Streich

Dass so eine Sonderausstellung viel Arbeit bedeutet, kann sich wohl jeder denken, der schon einmal eine besucht hat. Gegenstände werden ansprechend in Vitrinen präsentiert, prägnante Texte sind an den Wänden und bei den Objekten platziert, Lichtspots setzen dabei alles gekonnt in Szene und ein gut durchdachtes Raumkonzept leitet die Besucher geschickt durch die verschiedenen Themenfelder. Doch was genau, und vor allem wer steckt hinter der ganzen Arbeit?

Besonders an dieser Ausstellung ist, dass sie insgesamt von sechs Kuratoren und mir konzipiert wird. Archäologen und Historiker arbeiten dabei mit geballten wissenschaftlichen Kräften Hand in Hand. Doch das bedeutet auch, dass sieben Meinungen aufeinander treffen. Eine gut abgestimmte Kommunikation ist daher essenziell. Dank des allseits um sich greifenden Schwert-Fiebers läuft jedoch alles wie geschmiert.

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der Texte. Denn steht erst einmal das Konzept, ist das Drehbuch geschrieben und ist die Objektauswahl getroffen, beginnt eine weitere arbeitsintensive Zeit. Seit Jahresbeginn wurden Ausstellungstexte geschrieben, Bilder recherchiert und Bildrechte geklärt. Das über den ganzen Zeitraum der Ausstellungsplanung gesammelte Fachwissen muss in gut verständliche Texte gefasst werden. Man ringt um jedes Wort, hat man doch so viel zu sagen, aber nur so wenig Platz.

Alle dürfen mitmachen

Süßigkeiten und Filme schauen. So schön kann arbeiten sein.

Süßigkeiten und Filme schauen. So schön kann arbeiten sein. © Landesmuseum Württemberg, Foto: Janina Rösch, CC BY-SA

Frei nach dem Motto „Hands-on“ ist es uns stets ein besonderes Anliegen, den Museumsbesuch möglichst interaktiv zu gestalten. Das Schwert mit seiner reichen und vielseitigen Kulturgeschichte bietet eine Vielzahl an Themen, die sich für die Umsetzung spannender und unterhaltsamer Medien- und Mitmachstationen eignen. So war und ist es mir eine Freude, diese Stationen inhaltlich zu betreuen und gemeinsam mit der Kollegin der Kulturvermittlung zu gestalten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass man in Teamarbeit einen Nachmittag lang die unterschiedlichsten Hollywoodfilme nach besonders bedeutenden Schwertszenen durchforstet – inklusive süßer Verpflegung! Zu viel soll hier aber noch nicht verraten werden.

Die Objekte im Blick

Zu jeder Ausstellung gehört ein Begleitband. Damit dieser nicht nur mit interessanten Texten, sondern auch mit ansprechenden Abbildungen bestückt werden kann, wurden einige der Schätze rund ums Schwert aus den Depots geholt oder aus den Vitrinen der Schausammlungen entnommen und zu unserem Fotografen Hendrik Zwietasch und seiner Fotoassistentin Cennet Celik in das Fotoatelier gebracht. Dabei ist es ihnen erneut gelungen, die Objekte gekonnt ins rechte Licht zu setzen – die fertigen Aufnahmen sind wirklich erstklassig geworden. Ihr dürft gespannt sein!

Gekonnt in Szene gesetzt.

Gekonnt in Szene gesetzt. Fotograf Hendrik Zwietasch bei seiner Arbeit. © Landesmuseum Württemberg, Foto: Janina Rösch, CC BY-SA

Restaurator Martin Raithelhuber entnimmt eine sogenannte Schwertperle aus einer Vitrine der Schausammlungen.

Restaurator Martin Raithelhuber entnimmt eine sogenannte Schwertperle aus einer Vitrine der Schausammlungen. © Landesmuseum Württemberg, Foto: Janina Rösch, CC BY-SA

 

 

The show must go on

Und was steht als Nächstes an? In den kommenden Wochen wird es meine Aufgabe sein, die Texte für den Audioguide zu schreiben, spannende Filmdrehs für die Medienstationen mit zu betreuen und eine Musterführung zu erarbeiten. Würde mich derzeit jemand fragen, ob ich meine Arbeit mit ihm tauschen möchte, müsste ich wohl dankend ablehnen. Denn das alles kann ich mir einfach nicht entgehen lassen.

4 Kommentare zu “Blick hinter die Kulissen – Eine Ausstellung entsteht”

  1. Toller Job in einem erstklassigen Museum! Und die Ausstellung wird ganz sicher auch großartig. Ich wünsche weiterhin so viel Spaß bei der Arbeit!

    1. Herzlichen Dank für Ihre guten Worte und Wünsche! Ich bin ganz Ihrer Meinung: ein Besuch der Schwert-Ausstellung ab Oktober wird sich lohnen!

  2. Find ich super, dass hier mal nicht nur „Altes“ (archäologische und historische Objekte) sondern auch „Neues“ (Hollywoodfilme) in einer Ausstellung gezeigt wird! Auch auf diese Mitmachstationen bin ich auch schon gespannt.

    1. Herzlichen Dank für Ihr positives Feedback. Die Rolle des Schwertes in der heutigen Populärkultur ist wirklich ein sehr spannendes Themenfeld, das wollen wir natürlich niemandem vorenthalten!

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